Probleme der Bienenvölker durch die Bejagung der Asiatischen Hornisse

Die Asiatische Hornisse fällt an den Bienenvölkern oft erst nach der Sommerhonigernte negativ auf. Im August sind die Sekundärnester der Asiatischen Hornissen im Hochbetrieb und eine Vielzahl an Arbeiterinnen sucht nach Nahrung für die Larven, aus denen jetzt auch Geschlechtstiere heranwachsen. Die Volksstärke der Bienenvölker verringert sich zu diesem Zeitpunkt im Jahr schon. Wenn es zu einer starken Bejagung durch die Hornissen vor den Bienenstöcken kommt, kann dies bei den Honigbienen zu einer Flugparalyse führen. Das heißt, dass die Bienen in ihrem Stock bleiben und nicht mehr auf Sammelflüge gehen. Dadurch sammeln die Bienen keinen Pollen, keinen Nektar und kein Wasser mehr. Auch das Abkoten und das Entfernen des Gemülls sind dann nicht mehr möglich. Dies kann zu Stress und einer Schwächung des Immunsystems bei den Bienen führen. Im August und September entwickeln sich auch die Winterbienen in den Völkern. Wenn die Larvenversorgung gestört ist, steigt das Risiko eines Herbst- oder Winterverlustes, auch in Kombination mit einer Varroa-Parasitierung.

Ab Oktober kann es teilweise schon zu sehr niedrigen Temperaturen kommen, bei denen sich die Bienen in die Wintertraube zurückziehen. Dann können Asiatische Hornissen in das Volk eindringen und Honigvorräte räubern oder geschwächte Bienen oder Larven fangen. Dies führt ebenfalls zu Stress, insbesondere bei den Winterbienen.

 

Handlungsempfehlungen

Bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse an Bienenständen sollte eine Unterstützung des Abwehrverhaltens der Bienen im Mittelpunkt stehen. Starke Bienenvölker können sich am besten gegen die Hornissen verteidigen und verkraften den Verlust einzelner Arbeiterinnen. Deshalb sollten starke Bienenvölker im Sinne der guten imkerlichen Praxis gehalten werden. Dazu gehört die Behandlung von Krankheiten und die Vereinigung schwacher Völker.

Es gibt auch Vorrichtungen, die man an den Bienenstöcken anbringen kann, um die Jagd der Asiatischen Hornisse zu erschweren, oder das Eindringen in das Volk zu behindern. Maulkörbe sind Drahtvorrichtungen, die man an den Fluglöchern anbringen kann. Die Hornissen fliegen nicht gerne durch die Maschen des Drahts und sind somit weiter von den Fluglöchern entfernt. Obwohl die Hornissen immer noch vereinzelt Honigbienen fangen können, haben Studien gezeigt, dass die Maulkörbe die Flugparalyse verhindern können. Mit einer ähnlichen Funktionsweise können auch Spechtnetze vor das Flugloch gespannt werden, oder Bewuchs bzw. Geäst das Flugloch verdecken. Die wendigeren Honigbienen haben dann bessere Chancen, den größeren Hornissen zu entkommen.

Sobald sich die Bienen in die Wintertraube zurückziehen, sollten die Fluglöcher verkleinert werden, um das Eindringen der Hornissen zu verhindern. Es können auch Gitter vor dem Flugloch angebracht werden. Diese Vorrichtungen können die Bienen allerdings auch behindern und sollten deshalb nur bei starkem Beflug durch die Asiatischen Hornissen eingesetzt werden.

Handlungsempfehlungen nach Monaten finden Sie auf der Seite der Bienenkunde von der Uni Hohenheim.

Fallen die neben der Asiatischen Hornisse wahllos andere Arten und somit auch geschützte Insektenarten fangen können, sind gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) verboten und können auch mit Bußgeldern geahndet werden.

Informationen zur Nestsuche finden Sie auf diesem Informationsflyer des LWG.